Category : Freiheit lernen

william-morris-letter-yGedanken eines Y

Gedanken eines Y

In einem Leben, in dem ich alles machen könnte, unzähliges machen möchte und mich für weniges entscheiden muss, ist die Überforderung nicht weit. Denn ein Ja zu einer Sache bedeutet ein Nein zu allen anderen – die Verzichtskosten steigen mit jeder neuen Möglichkeit. [1]

Möchte ich lieber alleine wohnen oder zusammen mit anderen Menschen, möchte ich arbeiten oder doch lieber noch etwas studieren, möchte ich jetzt schon Kinder oder erst wenn ich einige Jahre Berufserfahrung habe oder überhaupt keine, möchte ich in Nepal wandern gehen oder lieber im Jura oder vielleicht doch lieber Inselhopping in der Karibik? Und wenn es mir irgendwo gefällt, dann kauf ich mir ein Stück Land, bau ein kleines Häuschen und arbeite als Online Freelancer und Landwirt auf der kleinen Farm neben meinem Haus.

Wer sagt mir denn endlich, was richtig ist? Habe ich die korrekte Lösung gefunden? Habe ich den Lösungsweg richtig hergeleitet? Hallo, ist da jemand?

Unser Bedürfnis, zu hören, dass wir richtig handeln, gründet auf der Erziehungs- und Lernkultur, die wir erlebt haben – in der Schule, Zuhause, auf der Arbeit. Wie sollen wir mit dieser Freiheit und Unsicherheit plötzlich umgehen können, wenn jegliche „wichtige“ Tätigkeiten uns bis anhin vorgegeben und hinterher sogar bewertet wurden. Wie können wir wissen, was uns begeistert, wenn wir die letzten Jahre kaum Zeit dafür haben aufbringen können, unseren Interessen nachzugehen oder sie überhaupt kennenzulernen – denn diese wurden als nicht-prioritär, also ausserhalb der „wichtigen“ Tätigkeiten verortet.

Die Schule soll den Bildungsauftrag erfüllen, die Schüler auf das Leben vorzubereiten. Das setzt sie auch um, nur gehört dieses Leben schon längst der Vergangenheit an. Die Gesellschaft hat sich verändert, durch Entwicklungen in der Technologie, durch neue soziale Herausforderungen, durch die sich globalisierende Welt… Die Veränderung an sich ist nichts neues, die zunehmende Geschwindigkeit ihrer Entwicklungen jedoch schon.

Was die Schule unterrichtet, wird in kürzester Zeit – spätestens wenn die Schüler die Bildungsstätte verlassen haben – ohnehin veraltet sein. Das Fortbestehende besteht viel mehr darin, von Grund auf zu lernen, wie wir uns Wissen aneignen können, wie wir es einordnen und wie es auf andere Gebiete übertragen werden kann. Das WIE steht im Mittelpunkt, weniger das WAS. Wenn wir uns diese Fähigkeiten angeeignet haben, können wir diese Vorgehensweise auf andere Lerngebiete und -themen übertragen.

Der Inhalt des Gelernten steht nicht mehr an erster Stelle, nicht dass dieser an Wert verloren hat, jedoch ist es nicht mehr die Hauptaufgabe der Schule, vorgefertigtes Wissen zu predigen. Das Sachwissen wird nebenbei erworben, wenn jeder Schüler auf seine eigenen Interessen eingehen und Themen behandeln kann, die ihn begeistern. Unterricht – wie er heute an den meisten Schulen stattfindet, wo der Lehrer Wissen preisgibt und die Schüler versuchen das Gesagte möglichst genau wiederzugeben – nimmt einen anderen Stellenwert ein.

Die Welt wandelt sich! Und mit ihr die Arbeitswelt. Verschiebungen im Arbeitsmarkt, Entstehung von neuen (Nicht-)Hierarchien, der Anspruch an Sinnhaftigkeit und Erfüllung durch die Arbeit verlangen immer öfter „selbstdenkende Menschen“ und keine „ausführenden Arbeitstiere“.

Eine der grundlegenden Begabungen des Menschen ist die Fähigkeit zur Neugier. Sie treibt uns an, sie lässt uns Dinge hinterfragen – sie rettet uns vor Stagnation, da wir durch körpereigene Opiate angetrieben werden, immer wieder Neues zu lernen. Leider scheint die Neugier oft nicht in das Konzept der heutigen Schule weder in jenes der Arbeitswelt zu passen oder sie wird gar als störend empfunden, da die neugierigen Fragen nicht unterrichts- bzw. arbeitsrelevant sind.

Irgendwas läuft doch da schief! Die Welt scheint durch ihre Entwicklungen an uns vorbei zu rasen, unsere alltäglichen Aufgaben in Schule und Beruf scheinen der Vergangenheit anzugehören – und wir? Uns zerreisst es beinahe. Wir wissen nicht mehr, was wir wollen sollen.

 

[1] Dieser Text verdeutlicht die Perspektive und Situation eines Bewohners der ersten Welt der sogenannten Generation Y (Jahrgänge 1980-1995).

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Grün – Essbar – Balkonien

Auf meiner Haus&Garten To-Do-Liste stand ganz oben: Balkon begrünen. Ich möchte aber nicht irgendein grün, sondern möglichst essbares. Ich bin schon etwas spät dran, denn die Natur wartete nicht auf eine Lücke in meinem Zeitplan. Ich informiere mich also, wo ich Bio Setzlinge in Basel kaufen kann. Der Bioladen Höheners an der Schützenmattstrasse verkauft zeitweise welche – und ich hatte Glück. Neben zwei Tomaten- und zwei Paprikasetzlingen und Thaibasilikum kaufte ich 15l Universalerde, diese wollte ich mBalkonien3it der Erde von der letzjährigen Bepflanzung vermischen, leider ist mein Kompost noch nicht reif für die Ernte. →Hinweis: Die Stadtgärtnerei Basel-Stadt bietet Kompostberatung und Hilfe sowie das Material für den eigenen Kompost umsonst an. Wirklich sehr toller Service.

Also zurück nach Hause in mein Lieblingszimmer – der Balkon –  Erde mischen, meine neuen Schützlinge einpflanzen und schliesslich angiessen. Jetzt brauchen sie nur noch Sonne, Wasser und Zuwendung.

 Lohnt sich der ganze Aufwand für ein paar Tomätchen? Die Frage ist , was ist der Ertrag? Sind es bloss die Früchte oder der Weg dahin? Für mich geht es dabei um meine eigene Sensibilisierung Nahrungsmitteln gegenüber, um den Spass, um das Wachsen zu beobachten.
Es gibt einige Projekte, die sich mit urbanem Gartenbau auseinandersetzen, wie der Verein Urban Agriculture Basel, der mehrere Stadtgärten betreibt und in der Schweiz eine Vorreiterrolle übernimmt. Es geht dabei auch sehr stark um den soziokulturellen Aspekt.

Balkonien5Wer also selbst Hand anlegen möchte findet im Web ausreichend Tipps und Anleitung, wer gerne Tomaten umsonst möchte, kann diese bei den Stadt-Tomaten bestellen und bei ProSpecieRara Setzlingsmärkten abholen.

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10 GeboteDie 10 Gebote des konzentrierten Arbeitens

Die 10 Gebote des konzentrierten Arbeitens

Wie im ersten Beitrag erwähnt, lege ich gewisse Regeln fest, an die ich mich während der Arbeitszeit halten will. Da ich weder Chef noch Mitarbeiter habe, die mitbekommen oder gar prüfen, was ich mache und ob ich arbeite oder trödle, habe ich die 10 Gebote des konzentrierten Arbeitens geschrieben:

 

1. Regelmässige kurze Pausen
→ Man muss seinen eigenen Rhythmus finden, wichtig ist aber regelmässig kurz die Arbeit bewusst zu unterbrechen. Also auch als Nicht-Raucher so tun als ob. Zur Zeit sind es bei mir ca. 8 Nicht-Zigaretten während den vier Stunden, also alle halbe Stunde 5 Min. und nach zwei Stunden 20-25 Min Pause.

2. Zeit notieren – wie lange für welche Aufgabe/Pause
→ Ich benutze das Time Tracking Program “timedoctor”, wo ich für jede Pause ausstemple und das mitzählt, wie viel Zeit ich für welche Aufgabe verwendet habe.

3. Alle nicht notwendigen Programme bzw. Tabs schliessen
Übersichtlichkeit im Bildschirm verschafft Klarheit im Kopf. Wenn man Tabs offen hat, um noch etwas zu lesen oder erledigen, dann rate ich einen anderen Browser zum arbeiten zu benutzen.

4. Kein Handy
→ Nur kurz meiner Mama antworten und das Wetter für morgen checken, oh es regnet, dass muss ich meiner Sportgruppe mitteilen im Whatsapp, ach wie süss, meine Cousine hat wieder Fotos von den Kids geschickt, da muss ich grad schauen, wann der kleine Geburtstag hat, das muss ja schon bald sein, oooouuuu mist, das hätte ich fast vergessen, morgen muss ich zum Zahnarzt und brauch das Auto, ich ruf nur kurz Zuhause an

5. Keine Emails
Muss nur noch kurz die Welt retten

6. Kein Social Media
Die aufdringlichen Prokrastinationshelfer sollen draussen warten, es gibt nette antisoziale Programme als digitale Türsteher die einem den Rücken frei halten.

7. Toilettengang nur während den Pausen
→ Wenn ich das erste Gebot einhalte und die Pausen zum Wasserlassen nutze, ist der sehnsüchtige Gedanken an das stille Örtchen während der Arbeitszeit ein Ablenkungsmanöver des Körpers im Auftrag des unfokussierten Geistes.

8. Nicht essen
→ … und wenn die Blase nicht erfolgreich war, kann  ja der Magen mit plötzlichen Hungerttacken sein Glück versuchen.

9. Nur Wasser/Tee trinken
→ Müde arbeiten bringt ja nun wirklich nichts aber auch wenn ich heute bereits unzählige Kaffees getrunken habe, ist der Gang zur Kaffeemaschine, das Schwätzchen unterwegs, der Blick auf das Handy beim Warten doch immer sehr willkommen.

10. Mich nicht selbst bescheissen!
Dies ist das schwierigste Gebot von allen

 

Was natürlich essenziell ist und hier nicht aufgeführt wurde, ist die Wahl des Arbeitsplatzes. Diese muss vorher bedacht ausgesucht werden. An einem Ort wo sich viel bewegt und der Lärmpegel hoch ist, wird es viel anspruchsvoller sich nicht ablenken zu lassen.

Ich habe auch zu diesem Thema nützliche Beitrage gefunden, die einen mit unzähligen Tricks überhäufen. Ich für mich habe die Gebote spontan aufgeschrieben, da ich genau weiss, wie ich mich am besten ablenken lasse. Und dass ich meine selbst gesetzten Regeln nicht vergesse, kleben sie auf meinem Laptop und winken mit ab und an zu, wenn mich meine Blase wiedermal von ihre urplötzlichen Völle überzeugen will.

 

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VertragMitMirSelbst2Vertrag mit mir selbst

Vertrag mit mir selbst

Ich meine es wirklich ernst, ich werde das selbstständige Arbeiten ohne Chef für die nächsten Wochen für mich klar strukturieren. Dafür habe ich einen Vertrag mit mir selbst aufgesetzt, der die Bestimmungen zum Arbeitsverhältnis festhält. Dieser symbolische Akt soll mich an meine Idee und den Anlass erinnern.

Die Vorlage des Arbeitsvertrag habe ich in einigen Paragraphen an meine Bedürfnisse angepasst. So wurden die üblichen 40-42 Stunden pro Woche auf 20 reduziert (§4) und aus der §7 Verschwiegenheitspflicht wurde Ehrlichkeitspflicht. Die grösste Veränderung wurde im §8 Nebentätigkeit gemacht. Anstatt die Arbeit beeinträchtigende Nebentätigkeiten zu unterlassen, wie es üblicherweise geschrieben steht, werden die Arbeit positiv beeinflussende Nebenbeschäftigungen ERWÜNSCHT, falls sie mindestens eine der folgenden Bestimmungen erfüllt:

  • Gewinnbringend für die Gemeinschaft
  • Nutzen für die eigene Gesundheit
  • Instandhaltung von Haus und Garten
  • Wissensakkumulierung
  • Erwerben neuer Fähigkeiten / Fertigkeiten
  • Dem Müßiggang dienend

Hier ist der ganze Vertrag zu sehen:

VertragMitMirSelbst_package

Einen Vertrag finde ich das geeignete Format dazu, er wirkt mächtig und determinierend. Und ich habe ihn unterschrieben, also muss ich mich daran halten. Konvention bleibt Konvention. Regel bleibt Regel. Vertrag bleibt Vertrag.

 

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CSS PoesieDIY Webseite

DIY Webseite

Heute verbrachte ich die meiste Zeit mit dem Einrichten des Blogs. Ich hatte vor einiger Zeit angefangen die Webseite www.zukunft-bilden.ch zu bauen, wusste jedoch noch nicht genau, was der Inhalt sein würde. Dieser Eintrag handelt davon, wie man selbst eine Webseite erstellen kann.

Ich betreibe die Webseite als selbst gehostete Wordpress Seite (Beachte: es gibt wordpress.ORG und wordpress.COM, ich nutze .org) Ich habe Wordpress gewählt, da ich bereits damit vertraut war und somit viel Zeit spare, es gibt jedoch auch noch andere CMS (Content Management Systems).

Wer gerne selbst mal eine Webseite erstellen möchte, sollte sich nicht davor fürchten, nicht technikversiert genug zu sein. Es gibt unzählige Blogs und Supportforen, wo man Schritt für Schritt  zur eigenen Webseite geführt wird. Ich selbst hatte vor ein paar Jahren aus Neugierde angefangen ein wenig html zu lernen auf codeacademy.com, hört sich vielleicht super langweilig an, kann aber ernsthaft süchtig machen. Khanacademy.org bietet auch tolle Selbstlernkurse zum Erstellen von Webseiten und Basic Programming an. Und das alles umsonst!

Bloggen ist in den meisten Fällen noch einfacher, es gibt unzählige Anbieter mit vorgefertigten Templates. Ich persönlich finde es nur schade, wenn man diese Gelegenheit nicht nutzt, mal einen Blick in den Code zu werfen, um mindestens in den Grundzügen zu verstehen, wie die uns täglich begleitende Technologie aufgebaut ist.

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ProjektStartProjekt Start

Projekt Start

Heute geht’s also los, mein „gutes Leben“, ich war etwas nervös die letzten Tage, da ich nicht weiss, ob ich meine Erwartungen zu hoch setze. Kann ich einfach von einer Woche auf die andere mein Leben umstrukturieren? Halte ich dies durch oder werde ich mit der Zeit nachlässig? Mit einigen Zweifeln und grosser Vorfreude, vor allem auch auf meine neu gewonnene freie Zeit, starte ich in diese drei Monate.

Ich beschloss, früh anzufangen, da ich den Nachmittag für mich haben will. Punkt 8.00 Uhr sitze ich vor dem Computer. Ich arbeite zur Zeit von Zuhause. Ich hatte mir im Vorfeld einige Regeln überlegt, um während der Arbeitszeit Ablenkung zu vermeiden und die Produktivität zu steigern. Ich werde während dieser Woche die Regeln sammeln und an die Wand hängen zu meiner eigenen Erinnerung.

Diese Woche wende ich die  [tw_label size="waves-shortcode" color="#e4c125"]Pomodoro Technique[/tw_label] an zur Produktivitätssteigerung, sie gibt vor jeweils 25min zu arbeiten, dann 5min Pause, nach 4 solchen Einheiten gibt es eine längere Pause von 20-25 min. Der Name stammt von der Küchenuhr in Form einer Tomate, die man zur Unterstützung nutzen kann.

Als erstes machte ich mich auf die Suche nach passenden Zeit- und Projektmanagement Tools, um meine Arbeitszeit festzuhalten und um meine Aufgaben und Ziele übersichtlich darzustellen und im Blick zu behalten. Ich entschied mich für eine Kombination von Basecamp und timedoctor. Ich halte von nun an fest, woran ich wie lange gearbeitet habe. Es geht also gleich los mit dem Zeittracking, mit den vorgegebenen Pausen für die Pomodoro Technique, leider besitze ich noch keine Tomate.

Meine Wochen wird einige fixe Aufgaben und Termine haben. Montag morgens erstelle ich eine To Do Liste für die jeweilige Woche, die letzte circa halbe Stunde der täglichen Arbeitszeit widme ich dem Schreiben des Blogeintrags und der Dokumentation, jeden Freitag Nachmittag treffe ich mich mit Benedikt Achermann, meinem Diplomgefährten, zur Berichterstattung, zum gemeinsamen Austausch und zur Reflexion.


Was ich heute gearbeitet habe in den vier Stunden:

[tw_chart_pie size="waves-shortcode" type="Doughnut" begin_at_zero="false" label_list="true"][tw_chart_pie_item value="41.7" color="#f53b3b" fill_text="Modulberichts für meinen Coach "][tw_chart_pie_item value="33.3" color="#17577e" fill_text="Einrichten Zeit- und Projektmanagement Tools "][tw_chart_pie_item value="12.5" color="#e6770b" fill_text="Blog schreiben "][tw_chart_pie_item value="8.4" color="#765898" fill_text="Konzept erarbeiten "][tw_chart_pie_item value="4.1" color="#8b2252" fill_text="Notizen / To Do's aufschreiben "][/tw_chart_pie]
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